Nebenkosten beim Hauskauf: Grunderwerbsteuer, Notar und Co. komplett erklärt
Beim Hauskauf fallen 9–15 % Nebenkosten obendrauf — bei 400.000 € sind das bis zu 60.000 € zusätzlich. Hier sehen Sie genau, was wohin geht und wie Sie die Eigenkapital-Anforderung berechnen.
Gesamtnebenkosten auf einen Blick — Beispiel 400.000 €
Gesamt: 18.000–46.280 € — plus weitere versteckte Kosten. Budgetseitig 12–15 % des Kaufpreises reservieren.
Grunderwerbsteuer nach Bundesland
Rechenbeispiel: Kaufpreis 400.000 €. Bayern zahlt am wenigsten, Brandenburg und Thüringen am meisten.
Wichtig: Die Grunderwerbsteuer wird auf den beurkundeten Kaufpreis fällig und muss innerhalb von 4 Wochen nach Steuerbescheid bezahlt werden — vor Eintragung ins Grundbuch.
Notarkosten aufgeschlüsselt
Notargebühren sind gesetzlich geregelt (GNotKG) und bundesweit einheitlich — kein Preisvergleich zwischen Notaren möglich:
Beurkundung Kaufvertrag
2.000–2.800 €Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) — nicht verhandelbar.
Grundbucheintragung (Auflassungsvormerkung)
800–1.200 €Sichert den Anspruch des Käufers zwischen Vertragsschluss und Eigentumsumschreibung.
Eintragung Grundschuld (bei Bankdarlehen)
1.200–1.600 €Entfällt bei Kauf ohne Bankfinanzierung. Die Bank besteht auf Eintragung als Sicherheit.
Notarielle Nebenkosten
400–600 €Auslagen, Beglaubigungen, Vollzugsgebühren, Porto.
Maklerprovision: Was gilt seit 2020?
Gesetz seit Dezember 2020
Bei Vermittlung von Einfamilienhäusern und Wohnungen darf der Käufer maximal so viel Provision zahlen wie der Verkäufer. Gesamtprovision meist 5,95–7,14 % — je zur Hälfte Käufer und Verkäufer.
Rechenbeispiel 400.000 €
Gesamtprovision 7,14 % = 28.560 €. Davon trägt der Käufer 3,57 % = 14.280 €. In manchen Regionen (z.B. Berlin) zahlt traditionell der Verkäufer alles — Käufer zahlt 0 €.
Regionale Unterschiede beachten
In Bayern, Hamburg und Berlin ist es üblich, dass der Verkäufer die Provision übernimmt. In NRW, Baden-Württemberg und Hessen teilen Käufer und Verkäufer sich die Kosten. Immer im Exposé und Kaufvertrag prüfen.
Eigenkapital-Faustformel
Die wichtigste Regel beim Hauskauf
Nebenkosten MÜSSEN aus Eigenkapital kommen
Banken finanzieren grundsätzlich keine Nebenkosten — nur den Kaufpreis (und das nur zu 80–100 %)
Mindest-Eigenkapital (konservativ):
20–25 % des Kaufpreises + alle Nebenkosten
Bei 400.000 €: mindestens 130.000–150.000 €
Eigenkapital-Minimum (risikoreich):
Nur Nebenkosten aus Eigenkapital (10 % EK-Quote)
Bei 400.000 €: mindestens 50.000–60.000 €
Was NICHT in den Nebenkosten steckt — aber sollte
Umzugskosten
Eigenleistung günstiger — Spedition ab 1.500 € für 4-Zimmer-Haushalt
Sofortrenovierung
Böden, Wände, Küche vor Einzug — unterschätzte Position
Wohngebäudeversicherung
Muss ab Übergang der Gefahr abgeschlossen sein — oft vergessen
Grundsteuer
Nach Grundsteuerreform 2025 in manchen Regionen stark gestiegen
Instandhaltungsrücklage
4.000–8.000 € bei 400.000 €-Haus — für Dach, Heizung, Fassade
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