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Nebenkosten beim Hauskauf: Grunderwerbsteuer, Notar und Co. komplett erklärt

Beim Hauskauf fallen 9–15 % Nebenkosten obendrauf — bei 400.000 € sind das bis zu 60.000 € zusätzlich. Hier sehen Sie genau, was wohin geht und wie Sie die Eigenkapital-Anforderung berechnen.

Gesamtnebenkosten auf einen Blick — Beispiel 400.000 €

14.000–26.000 €
Grunderwerbsteuer (3,5–6,5 %)
4.000–6.000 €
Notar- und Grundbuchkosten (1–1,5 %)
0–14.280 €
Maklercourtage Käufer (0–3,57 %)

Gesamt: 18.000–46.280 € — plus weitere versteckte Kosten. Budgetseitig 12–15 % des Kaufpreises reservieren.

Grunderwerbsteuer nach Bundesland

Rechenbeispiel: Kaufpreis 400.000 €. Bayern zahlt am wenigsten, Brandenburg und Thüringen am meisten.

BundeslandSteuersatzBei 400.000 €
Bayern3,5 %14.000 €
Sachsen3,5 %14.000 €
Hamburg4,5 %18.000 €
Bremen5,0 %20.000 €
Baden-Württemberg5,0 %20.000 €
Hessen6,0 %24.000 €
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %24.000 €
Nordrhein-Westfalen6,5 %26.000 €
Saarland6,5 %26.000 €
Schleswig-Holstein6,5 %26.000 €
Brandenburg6,5 %26.000 €
Thüringen6,5 %26.000 €
Berlin6,0 %24.000 €
Niedersachsen5,0 %20.000 €
Rheinland-Pfalz5,0 %20.000 €
Sachsen-Anhalt5,0 %20.000 €

Wichtig: Die Grunderwerbsteuer wird auf den beurkundeten Kaufpreis fällig und muss innerhalb von 4 Wochen nach Steuerbescheid bezahlt werden — vor Eintragung ins Grundbuch.

Notarkosten aufgeschlüsselt

Notargebühren sind gesetzlich geregelt (GNotKG) und bundesweit einheitlich — kein Preisvergleich zwischen Notaren möglich:

ca. 0,5–0,7 %

Beurkundung Kaufvertrag

2.000–2.800 €

Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) — nicht verhandelbar.

ca. 0,2–0,3 %

Grundbucheintragung (Auflassungsvormerkung)

800–1.200 €

Sichert den Anspruch des Käufers zwischen Vertragsschluss und Eigentumsumschreibung.

ca. 0,3–0,4 %

Eintragung Grundschuld (bei Bankdarlehen)

1.200–1.600 €

Entfällt bei Kauf ohne Bankfinanzierung. Die Bank besteht auf Eintragung als Sicherheit.

ca. 0,1 %

Notarielle Nebenkosten

400–600 €

Auslagen, Beglaubigungen, Vollzugsgebühren, Porto.

Maklerprovision: Was gilt seit 2020?

Gesetz seit Dezember 2020

Bei Vermittlung von Einfamilienhäusern und Wohnungen darf der Käufer maximal so viel Provision zahlen wie der Verkäufer. Gesamtprovision meist 5,95–7,14 % — je zur Hälfte Käufer und Verkäufer.

Rechenbeispiel 400.000 €

Gesamtprovision 7,14 % = 28.560 €. Davon trägt der Käufer 3,57 % = 14.280 €. In manchen Regionen (z.B. Berlin) zahlt traditionell der Verkäufer alles — Käufer zahlt 0 €.

Regionale Unterschiede beachten

In Bayern, Hamburg und Berlin ist es üblich, dass der Verkäufer die Provision übernimmt. In NRW, Baden-Württemberg und Hessen teilen Käufer und Verkäufer sich die Kosten. Immer im Exposé und Kaufvertrag prüfen.

Eigenkapital-Faustformel

Die wichtigste Regel beim Hauskauf

Nebenkosten MÜSSEN aus Eigenkapital kommen

Banken finanzieren grundsätzlich keine Nebenkosten — nur den Kaufpreis (und das nur zu 80–100 %)

Mindest-Eigenkapital (konservativ):

20–25 % des Kaufpreises + alle Nebenkosten

Bei 400.000 €: mindestens 130.000–150.000 €

Eigenkapital-Minimum (risikoreich):

Nur Nebenkosten aus Eigenkapital (10 % EK-Quote)

Bei 400.000 €: mindestens 50.000–60.000 €

Was NICHT in den Nebenkosten steckt — aber sollte

1.000–5.000 €

Umzugskosten

Eigenleistung günstiger — Spedition ab 1.500 € für 4-Zimmer-Haushalt

5.000–30.000 €

Sofortrenovierung

Böden, Wände, Küche vor Einzug — unterschätzte Position

300–800 €/Jahr

Wohngebäudeversicherung

Muss ab Übergang der Gefahr abgeschlossen sein — oft vergessen

500–2.000 €/Jahr

Grundsteuer

Nach Grundsteuerreform 2025 in manchen Regionen stark gestiegen

1–2 % des Kaufpreises/Jahr

Instandhaltungsrücklage

4.000–8.000 € bei 400.000 €-Haus — für Dach, Heizung, Fassade

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